Die größten Abnehmmythen – Fett ist schädlich

Wer abnehmen will, der darf auf keinen Fall Fett essen. Dieser Irrglaube ist leider wirklich noch häufig in unseren Köpfen. Oft treffen wir Klienten, die wahrlich Angst vor zu viel “ungesundem” Fett haben – vor allem, wenn es darum geht die ungeliebten Pfunde zu verlieren. Wie ihr vlt. aus anderen Beiträgen schon wisst, ist der Blutzuckerspiegel, die damit verbundene Ausschüttung von Insulin und die folgende Einlagerung von Fett primär der Grund warum wir dick werden. Der Anstieg des Blutzuckerspiegels kommt meist aber nicht von Fett, sondern von zu viel Zucker bzw. kurzkettigen Kohlenhydraten. 

Darüber hinaus sehen wir oft, dass Menschen “auf Diät” hungern und viel zu wenig essen und der Körper deshalb alles was er bekommt ebenfalls schnell zu Fett verwandelt, damit er Notfallreserven aufbaut. Wenn wir also nicht hungern wollen und wenig kurzkettige Kohlenhydrate zu uns nehmen, um den Blutzuckerhaushalt nicht zu belasten, dann bleibt uns fast nichts anders übrig als auch Fett zu konsumieren.  

Aber ist Fett nicht super ungesund? Sollte man Butter nicht durch Margarine ersetzen und maximal ein Ei am Tag essen? Diese und ähnliche Empfehlungen habt ihr sicherlich schon öfter gehört. Der Hintergrund dafür ist das darin enthaltene Fett und die damit verbundene Wirkung auf unser Cholesterin. Cholesterin wurde über 50 Jahre lang quasi als unser „Todfeind“ dargestellt. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn man es für die steigende Rate an Herzinfarkten verantwortlich macht. Allerdings wissen wir heute durch neue wissenschaftliche Studien, dass Fett nicht unser Feind ist, sondern sogar das Gegenteil wahr ist.

Generell brauchen wir Fett und hier im Speziellen ungesättigte Fettsäuren. Diese können wir nämlich nicht selbst produzieren und müssen wir also durch Nahrung zu uns nehmen. Vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigen wir als Bausteine für unsere Zellen/unsere Zellgesundheit. Ihr alle kennt sicherlich Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren – oft hört man ja, man soll Fischöl zu sich nehmen, damit man mehr Omega 3 hat. Tatsächlich ist es so, dass wir viel zu wenig Omega 3 und viel zu viel Omega 6 durch unsere “normale” Ernährung zu uns nehmen. Omega 3 brauchen wir aber auch ganz wichtig, um Entzündungen im Körper zu stoppen. Omega 3 finden wir in Lachs, Hering, Makrele oder in Algen – Vorstufen von Omega 3 in Brokkoli, Spinat, Leinsamen und Bohnen. Omega 6 können wir vermeiden, in dem wir schlechte Pflanzenfette reduzieren (dies wären vor allem Sonnenblumen-, Maiskeim- und Sojaöl). Wir können also vorab einmal festhalten, unser Körper benötigt Fett als Energiequelle (sonst müssen wir auf viele Kohlenhydrate zurückgreifen) und als Gesundheitsquelle um Entzündungen zu stoppen bzw. um Zellen zu bauen und reparieren.

Aber wie kriegen wir jetzt auch noch eine Gewichtsreduktion hin. Wie bereits erwähnt, führt Fett zu einem viel geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels und deshalb werden wir so schon Gewicht verlieren. Zeitgleich können wir an Gemüse, Fisch und Fleisch gar nicht so viel essen, dass wir “zu viel” essen – gerne probiert ihr mal mit diesen Bestandteilen über 2500 Kalorien pro Tag zu kommen, das wird euch fast nicht gelingen. Wer aber mehr Fett im Leben aufnimmt, der hat unweigerlich auch mehr tierische Fette und hier empfehlen wir vor allem Bio-Fisch (nicht aus Aquakulturen) und Freiland-Hühner-Fleisch. Meidet zu viel rotes Fleisch und generell schlechte Qualität. Was heißt das konkret?

Mittagessen für unter der Woche: 3 mal Fisch, 1 mal Fleisch und einmal vegetarisch plus sehr viel Gemüse und wenn nötig Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Reis. Am Wochenende, sind wir zu uns nie so streng, da esst ihr wie gehabt.

Abendessen unter der Woche: Mischung aus sehr viel Gemüse, Fisch,, Eiern und Schafs- oder Ziegenkäse.

 

Wer mal so startet, der wird sicherlich schnell erste Effekte sehen – zeitgleich dürft ihr aber nicht auf regelmäßiges Krafttraining verzichten. Wer mehr Muskeln hat, nimmt quasi automatisch ab (sofern er dann nicht deshalb mehr isst). Bei Frauen heißt das nicht, dass sie schlimme Muskelberge bekommen, sondern nur, dass alles straffer wird und zeitgleich fällt uns das Gewichtsmanagement einfacher.

 

In diesem Sinne – Butter ist nicht unser Feind. Baut Fett in euer Leben ein.

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